Das erfolglose Wissensmanagement

Seit Jahren versuchen die Unternehmen, das für ihr Geschäft notwendige Wissen zu konservieren. Die Disziplin hieß „Wissensmanagement“ und war vor rund zehn Jahren ein Hype-Thema.

Man war der Meinung, mit „intelligenten“ Wissens­daten­banken das vorhandene Wissen eines Unternehmens speichern und jederzeit abrufbar machen zu können. Fehler aus heutiger Sicht war es, die IT in den Vordergrund zu stellen. Die Systeme waren für die damalige Zeit hochmodern – nur nutzte sie niemand. Nach aller Anfangseuphorie lagen die Datenbanken nahezu unbenutzt auf Servern.

Bis heute ist dieses Problem in den meisten Unternehmen noch nicht gelöst. Ganz im Gegenteil: es hat sich massiv verstärkt.

Social Media hat uns gezeigt, dass die Speicherung und Verteilung von Wissen klappen kann – Facebook ist das derzeit prominenteste Beispiel. Die Menschen sind ohne Zwang bereit, Informationen über sich und von Ihnen besetzte Themen preiszugeben – oft mehr, als es das persönliche Schutzempfinden für die eigenen Daten eigentlich zulässt.

Die zu beantwortende Frage ist, wie man dieses Erfolgs­modell auch in Unternehmen adaptieren und nutzbar machen kann – und ob man es überhaupt machen sollte.

Informationsüberfluss

Trotz der Erfolglosigkeit des Wissensmanagements in den Unternehmen fühlen sich die Mitarbeiter überinformiert.

Doch wie passt das zusammen?

Offensichtlich werden Informationen in ausreichendem Maße verteilt. Betrachtet man die Menge der E-Mails und aller zur Verfügung stehenden Medien, mit denen sich ein durchschnittlicher Mitarbeiter täglich auseinander setzen muss, so tritt in der Abarbeitung der Informationen oft schon eine Überforderung ein.

Diese Informationen auch noch in Wissen zu transferieren ist für die viele Mitarbeiter nicht mehr zu leisten.

Auf der anderen Seite wird von Ihnen verlangt, das Wissen für die Erledigung ihrer Aufgaben jederzeit abrufbar zu haben. Für viele wird diese tägliche Zunahme der Menge und auch der Geschwindigkeit zu einem unauflösbaren Teufelskreis.

Im nächsten Teil: der Produktivitätskiller E-Mail

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